Nitrit im Aquarium

    Zu viel Nitrit im Aquarium ist für Fische schädlich. Werden zu hohe Konzentrationen von Nitrit im Aquarienwasser nicht schnell genug gesenkt, können Fische sogar aufgrund von Atemnot sterben. Wie entsteht der Schadstoff Nitrit? Welche Auswirkungen hat dieser auf Ihre Fische und mit welchen Maßnahmen lässt sich der Nitritwert absenken? Diese und weitere Fragen zu Nitrit beantwortet Ihnen unser nachfolgender Praxis-Ratgeber.

    Was ist Nitrit? Wie entsteht dieses im Aquarium?

    Nitrite (NO2-) sind Salze der salpetrigen Säure (HNO2).

    Nitrit entsteht im Aquarium hauptsächlich durch Oxidation vom Ammoniak. Ammoniak wird aus eiweißhaltigen Futterresten sowie den Ausscheidungen von Fischen freigesetzt und tritt im Aquarium in der Regel erst ab pH-Werten von 6,5 auf.

    In saurem Wasser mit einem pH-Wert unter 6,5 wird kaum Ammoniak und somit wenig Nitrit gebildet.

    Die Oxidation von Ammoniak zu Nitrit erfolgt durch sogenannte Nitrosobakterien. Zu diesen zählen zum Beispiel die Gattungen Nitrosomonas und Nitrosopira. Meist wird das im Aquarium anfallende Nitrit von weiteren spezialisierten Bakterien durch einen weiteren Oxidationsschritt in das kaum toxische Nitrat (NO3-) umgewandelt. Der gesamte bakterielle Abbau von Ammoniak über Nitrit zu Nitrat wird Nitrifikation genannt. Die Nitrifikation ist ein wichtiger Prozess in der biologischen Entgiftung des Aquariums. Bei Störungen innerhalb des Nitrifikationsprozesses kann es zum einem Anstieg von toxischem Nitrit im Aquarium kommen.


    Gut zu wissen:  Da die für die vollständige Nitrifikation nötigen Bakterien überwiegend im Filter siedeln, ist ein ausreichend dimensionierter Filter für den Abbau von Nitrit besonders wichtig. Bis sich ausreichend nitritabbauende Bakterien in einem neuen Filter angesiedelt haben, kann es bis zu drei Wochen dauern. Deshalb kann der Abbau von Nitrit zu Nitrat durch den Einsatz eines neuen Filters oder die Verwendung von neuem Filtermaterial gestört sein. Die Reinigung von Filtern mit zu heißem Wasser ist ebenfalls ein möglicher Grund für den Anstieg des Nitritwertes im Aquarium, da Hitze viele der dringend benötigten Bakterien abtötet.


    Zu viel Nitrit im Aquarium – Fische können ersticken

    Zu hohe Nitratkonzentrationen im Aquarienwasser können bei Fischen zu gefährlicher Atemnot führen. Stark erhöhte Werte von Nitrat lassen Fische sogar ersticken.

    Verantwortlich für die Atembeschwerden durch Nitrit ist die Wirkung des Schadstoffs auf den Blutfarbstoff Hämoglobin. Hämoglobin besteht aus eisenhaltigen Proteinstrukturen und sorgt bei allen Wirbeltieren für den Sauerstofftransport im Körper. Nitrit blockiert den lebenswichtigen Sauerstofftransport durch das Hämoglobin und führt so bei Fischen zu Atemnot oder, je nach Konzentration, zu einem relativ raschen Erstickungstod. Wie beim Menschen können sich auch im Darm von Fischen aus Nitrit krebserregende Nitrosamine bilden.

    Ein Teil des Nitrits wird im Aquarium zu salpetriger Säure umgewandelt. Der Anteil der salpetrigen Säure steigt besonders bei niedrigen pH-Werten und niedrigen Wassertemperaturen an. Salpetrige Säure wirkt sich ebenfalls negativ auf die Sauerstofftransportkapazität des Hämoglobins aus und kann so ebenso Atemnot hervorrufen. Da salpetrige Säure leichter durch die Chloridzellen der Kiemen gelangen kann, ist die toxische Wirkung der Säure sogar stärker als die von Nitrit.

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    Welche „Grenzwerte“ für Nitrit gelten im Aquarium?

    Generell sollte der Nitritgehalt in Ihrem Aquarienwasser stets unter 0,2 mg/l liegen.

    Für salpetrige Säure gibt es keine so pauschalen Empfehlungen. Allerdings werden in der professionellen Fischhaltung für salpetrige Säure zum Beispiel Konzentrationen von unter 0,0004 mg/l (Karpfen) und 0,0002 mg/l (Forellen) angestrebt. Sauberes Trinkwasser sollte normalerweise kein Nitrit enthalten. Die Trinkwasserverordnung erlaubt beim Verlassen des Wasserwerks allerdings bis zu 0,1 mg Nitrit pro Liter. Direkt am Hausanschluss sind sogar 0,5 mg/l erlaubt.


    Unsere Empfehlung: Aufgrund des erheblichen Risikopotenzials sollten Sie den NO2-Wert im Aquarium regelmäßig messen. Wegen des relativ hohen Nitritgrenzwertes für Trinkwasser am Hausanschluss kann auch eine Bestimmung des NO2-Wertes im Ausgangswasser vor der Befüllung des Beckens sinnvoll sein.


    Wie lässt sich der Gehalt von Nitrit im Aquarium senken?

    Zu viel Nitrit im Aquarium lässt sich durch regelmäßige Wasserwechsel schnell senken. Dabei wird normalerweise ca. 1/3 des Wassers ausgetauscht.
    Zudem sollte der Filterleistung für das Wasservolumen und den Fischbesatz des Aquariums ausreichend sein.

    Steigt der Nitritgehalt nach dem Wasserwechsel rasch wieder an, kann dies auf einen zu schwach dimensionierten Filter bzw. einen zu hohen Fischbesatz hindeuten. Eine verbesserte Sauerstoffzufuhr kann den NO2-Wert im Aquarium ebenfalls senken.

     

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