Gesamthärte im Aquarium

    Die Gesamthärte des Wassers ist neben der Karbonathärte der wichtigste Parameter für die Bestimmung der Wasserhärte im Aquarium. Wie ist die Gesamthärte definiert und wie unterscheidet sich diese von der Karbonathärte? Welchen Einfluss hat die Gesamthärte auf Fische und Pflanzen und wie können Sie die Gesamthärte senken und anheben? Diese und weitere interessante Fragen zum Thema Gesamthärte und Aquarium beantwortet Ihnen unser nachfolgender Ratgeber.

    Worum handelt es sich bei der Gesamthärte?

    Als Gesamthärte (kurz GH) wird die Summer der im Wasser gelösten positiv geladenen Erdalkali-Ionen bezeichnet. Zu den Erdalkalien werden Calcium, Magnesium, Barium und Strontium gerechnet.

    Im Wesentlichen wird die Gesamthärte jedoch durch den Gehalt an positiv geladenen Calcium- und Magnesiumionen (Ca2+ und Mg2+) beeinflusst, da diese in der Regel den weitaus größten Anteil bilden. Daher werden Calcium und Magnesium auch als sogenannte Härtebildner bezeichnet.

    Die Karbonathärte basiert dagegen auf dem Gehalt der im Wasser gelösten negativ geladenen Hydrogencarbonat-Ionen (HCO3-).

    Während die Karbonarthärte zum Beispiel durch Erhitzen des Wassers und eine daraus resultierenden Ablagerung von Kalk stark fallen kann, wird die Gesamthärte nicht durch Erhitzen bzw. Kochen des Wassers beeinflusst. Daher wird die Gesamthärte auch permanente Härte genannt, während die Karbonathärte als temporäre Härte bezeichnet wird.

    Die Einheit der Gesamthärte ist Grad deutscher Härte (°dH). Neben der Bedeutung für das Biotop Aquarium ist die Gesamthärte auch für Trinkwasser ein entscheidender Parameter. Nach der Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetz wird Trinkwasser seit Anfang 2007 in die Härtebereiche weich (weniger als 8,4 °dH), mittel (8,4 bis 14 °dH) und hart (mehr als 14 °dH) eingeteilt.

    Welche Bedeutung hat die Gesamthärte für das Aquarium?

    Die Gesamthärte hat im Gegensatz zur Karbonathärte keinen direkten Einfluss auf die Stabilität bzw. die Höhe des pH-Werts im Aquarium.

    Auch andere Wasserwerte werden von der Gesamthärte kaum beeinflusst. Deshalb ist die Bedeutung der Gesamthärte für Aquarianer geringer als die der Karbonathärte. Allerdings benötigen Fische den Härtebildner Calcium zum Beispiel für den Aufbau von Knochen- bzw. Gräten sowie für die Bildung von Zellwänden. Auch Wasserpflanzen brauchen geringe Mengen an Calcium. Magnesium ist unter anderem für die Funktion von Muskeln und Nerven der Fische wichtig. Im Pflanzenstoffwechsel ist Magnesium für die Photosynthese unentbehrlich. Es sollte jedoch beachtet werden, das Fische einen Großteil des benötigten Calciums- und Magnesiums über das Futter aufnehmen.

    In der Regel ist weiches bis mittelhartes Wasser im Bereich von ca. 4 bis 14 °dH für die meisten Süßwasserfische und Aquarienpflanzen gut geeignet.


    Gut zu wissen:  Bei welcher Wasserhärte sich Ihre Fische und Pflanzen am wohlsten fühlen, kann jedoch teilweise recht stark von der Wasserhärte in der ursprünglichen Heimat der Fische und Pflanzen beeinflusst werden. So vermehren sich zum Beispiel einige Fische aus dem Malawi- und Tanganjika-See nur bei einer Wasserhärte von 8 bis 14 °dH, während sich „Weichwasserfische“ wie der empfindliche Diskus oft nur bei Gesamthärten von unter 2 °dH fortpflanzen. Ein derart niedriger GH-Wert geht allerdings in der Regel mit einer ebenfalls geringen Karbonathärte einher. Eine zu geringe Karbonathärte von unter 5 lässt den pH-Wert instabil werden und steigert das Risiko eines gefährlichen Säuresturzes.


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    Durch welche Faktoren kann die Gesamthärte im Aquarium beeinflusst werden?

    Die GH-Wert im Aquarium steigt durch das im Futter enthaltene Calcium- und Magnesium an, wenn die Härtebildner nicht in ausreichendem Maße in die Knochen und Gräten von Fischen oder in die Gehäuse von Schnecken eingebaut werden. Überwiegt der Einbau zum Beispiel bei einer sehr hohen Schneckenpopulation kann die Gesamthärte sogar im Laufe der Zeit sinken.

    Gesamthärte senken

    Senken lässt sich die Gesamthärte im Aquarium aber vor allem durch regelmäßige Wasserwechsel. Dabei hängt die im Aquarium erreichbare Senkung des GH-Wertes natürlich vom Härtegrad des verwendeten Wassers ab. Unterbleiben die Wasserwechsel kann die GH-Werte des Aquariums einen kritischen Bereich erreichen.

    Sie können die Gesamthärte im Aquarium weiterhin durch Mischen des Wassers mit weichem Wasser senken. Dazu eignet sich zum Beispiel Regenwasser oder demineralisiertes Wasser.

    Gesamthärte erhöhen

    Anheben lässt sich die Gesamthärte des Wassers unter anderem durch die Verwendung von Marmorkies oder Muschelgrus

    Messen Sie Gesamthärte und Karbonathärte des Aquarienwassers regelmäßig, um zu starken Abweichungen vom Optimum schnell begegnen zu können. Besonders wichtig sind die Messungen bei gezielten Maßnahmen zum Senken oder Anheben der Wasserhärte.

     

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