Karbonathärte im Aquarium

    Welche Rollte spielt die Karbonathärte für Aquarienwasser?

    Die Karbonathärte ist einer der wichtigsten Wasserparameter für Aquarien. So ist eine ausreichend hohe Karbonathärte unter anderem für die Stabilität des pH-Werts entscheidend. Je nach Art und Herkunft Ihrer Fische und Wasserpflanzen können diese unterschiedliche Ansprüche an die Karbonathärte haben. Was ist die Karbonathärte genau und welche Faktoren beeinflussen den Wasserparameter? Welche Wechselwirkung besteht zwischen Karbonathärte und CO2-Gehalt im Aquarium? In unserem nachfolgenden Praxisratgeber haben wir für Sie viele wichtige Infos und Fakten zur Karbonathärte zusammengestellt.

    Was ist die Karbonathärte?

    Die Karbonathärte, vielfach einfach mit KH abgekürzt, ist eine Einheit für die im Wasser gelöste Menge an Hydrogencarbonat-Ionen (HCO3-). Hydrogencarbonate sind Salze der Kohlensäure. Für Aquarienwasser sind meist Calcium-Hydrogencarbonat und Magnesium-Hydrogencarbonat von besonderer Bedeutung. Ionen sind Teilchen mit einer elektrischen Ladung. Im Falle der Hydrogencarbonat-Ionen handelt es sich um negativ geladene Ionen, welche als Anionen bezeichnet werden.

    Da sich die Karbonathärte zum Beispiel durch Erhitzen des Wassers und daraus resultierende Kalkablagerungen schnell ändern kann, trägt diese auch die Bezeichnung temporäre Härte.

    Die Karbonathärte wird wie die Gesamthärte meist in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Die Gesamthärte ist ein Maß für die im Wasser enthaltenen Kationen (positiv geladene Ionen) an Erdalkalimetallen. Relevant sind hier wiederum hauptsächlich Ionen von Calcium und Magnesium. Die Gesamthärte wird durch das Erhitzen von Wasser nicht beeinflusst und wird daher ebenso als permanente Härte bezeichnet.

    Welche Bedeutung hat die Karbonathärte für das Aquarium?

    Eine ausreichend hohe Karbonathärte ist unter anderem für die Stabilität des pH-Werts im Wasser des Aquariums von entscheidender Bedeutung. So dienen die Hydrogencarbonate als Puffer „gegen“ Säuren und Laugen, welche den pH-Wert in den sauren bzw. alkalischen Bereich treiben können. Je höher der KH-Wert des Aquariums, desto stabiler und tendenziell höher ist der pH-Wert des Wassers.


    Gut zu wissen: Allgemein gilt eine Karbonathärte von größer 5 als ausreichend für die Stabilisierung des pH-Werts in Süßwasser-Aquarien. Karbonathärten größer 12 sind für die meisten Aquarien nicht mehr empfehlenswert, da entsprechend hohe Härtewerte den pH-Wert über 8 ansteigen lassen können. Derart hohe pH-Werte sind nur für wenige Fischarten wie zum Beispiel für Barsche aus dem ostafrikanischen Tanganjika-See zuträglich.


    Zu hohe pH-Werte des Aquarienwassers bergen unter anderem das Risiko einer erhöhten Ammoniakbildung. Ein zu geringer KH-Wert kann wiederum zu einem gefährlichen Säuresturz im Aquarium führen. Bei einem Säuresturz sinkt der pH-Wert sehr rasch ab und kann Werte bis zu pH 4 erreichen. Ein Säuresturz kann für Ihre Fische und Wasserpflanzen tödlich sein.

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    Welche Wechselwirkung besteht zwischen Karbonathärte und CO2?

    Während Hydrogencarbonat-Ionen alkalisch wirken und damit den pH-Wert erhöhten wird dieser durch Kohlensäure abgesenkt. Der Gehalt an freier Kohlensäure (H2CO3) im Wasser ist wiederum teilweise vom Gehalt an C02 im Wasser abhängig, da ein Teil des im Wasser gelösten CO2 mit diesem zu Kohlensäure reagiert. Die Karbonathärte kann also gewissermaßen als „Gegenspieler“ der Kohlensäure betrachtet werden.

    Wodurch wird die Karbonathärte im Aquarium beeinflusst?

    Karbonathärte senken:

    Zur Absenkung des KH-Wertes führen zum Beispiel im Aquarium freigesetzte Gerbsäuren aus Torf oder Wurzeln. Letztere werden oft zu Dekorationszwecken verwendet. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Absenkung der Karbonahthärte ist der CO2-Verbrauch durch Aquarienpflanzen. Wie Landpflanzen benötigen Wasserpflanzen CO2 für ihren Stoffwechsel bzw. die Bildung von Glucose. Herrscht im Wasser des Aquariums ein Mangel an CO2, gewinnen die Pflanzen das benötigte CO2 durch eine chemische Reaktion aus Hydrogencarbonat. Bei dieser Reaktion lagert sich Kalk auf der Blattoberfläche der Pflanze ab. In der Literatur finden sich ebenfalls Hinweise darauf, dass spezielle UV-C-Lampen die Karbonathärte teilweise reduzieren. Weiterhin können zu seltene Wasserwechsel den KH-Wert im Aquarium mindern. In Gartenteichen sinkt die Karbonathärte umso stärker, je höher der Anteil von Regenwasser im Teich ist.

    Karbonathärte erhöhen:

    Ein Anstieg der Karbonathärte wird zum Beispiel durch kalkhaltige Steine und Marmorkies hervorgerufen. Diese Materialien eignen sich daher gut zum Anheben des KH-Wertes.


    Unsere Empfehlung: Karbonathärte regelmäßig messen

    Wegen ihrer großen Bedeutung für Fische und Pflanzen sollten Sie die Karbonathärte regelmäßig messen. Dazu werden einfache Schnelltests angeboten, meist in Form von Teststreifen oder Testflüssigkeiten.


     

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